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Dazugelernt :-)

Wieso, weshalb, warum - wer nicht fragt bleibt dumm.
Voice over IP (VoIP) Glossar

 


ATA
Analoger Telefon Adapter, ermöglicht die Nutzung eines analogen Telefons für Voice-over-IP.



DHCP
Abkürzung für "Dynamic Host Configuration Protocol". DHCP weist den in einem Netzwerk angeschlossenen PCs aus einem festgelegten Bereich automatisch Adressen zu, unter denen sie im Netzwerk erreichbar sind. Neben der IP-Adresse erhalten die Computer auch zusätzliche Informationen, etwa die Adresse des Gateways (Routers) und die Adresse eines zuständigen Name-Servers (DNS).



DHCP-Server
Ein DHCP-Server wählt für einen PC bei der ersten Anmeldung eine beliebige IP-Adresse aus.



DNS
Abkürzung für "Domain Name System". DNS ist ein dezentraler Dienst, der Rechner-Namen bzw. Internet-Adressen im Klartext (z. B. www.tkr.de) und IP Adressen (z. B. 213.172.105.22) einander zuordnet. Für jeden Server beziehungsweise für jeden Internet-Anschluss muss ein DNS-Server diese Informationen verwalten. Sobald eine Seite im Internet angewählt wird, fragt der Browser zuerst einen DNS-Server. Dieser meldet die entsprechende numerische Adresse zurück, worauf der Browser eine direkte Verbindung zur IP-Adresse aufbauen kann.



dynamische IP-Adresse
Beliebige temporäre IP-Adresse, die einem Rechner bei jedem Verbindungsaufbau aus einem bestehenden Adresspool des Providers zugewiesen wird. Wird die Verbindung beendet, gibt der Rechner die Adresse wieder frei – der DHCP Server kann sie nun anderweitig zuordnen.



ENUM
ENUM verbindet DNS-Einträge mit dem E.164-Telefonnummern-System, zwei gut bekannte Mechanismen zur Lokalisierung von Resourcen in Netzwerken.

Das PSTN Numerierungssystem (öffentliches Wählnetz) verwendet Zahlen von 0 bis 9 zur Anzeige von Land, Region, Service, Mobilität, etc.. So ist z.B. in Deutschland bekannt, dass Nummern, die mit 030 beginnen im Gebiet um Berlin lokalisiert sind und die Nutzer kennen die ungefähre Höhe der Verbindungsgebühren wenn sie eine Nummer wählen, die mit diesen Zahlen beginnt. Numerierungspläne erläutern das System, das sich hinter diesen Nummern verbirgt.

DNS-Namen verwenden alphanumerische Zeichen, damit man sich Adressen leichter merken kann. Während es relativ schwer ist, "+494313017300" zu behalten, ist es leichter sich "tkr.de" zu merken. Während man ein Telefon mit der Nummer "sip:hallo@tkr.de" leicht von einem Computer mit einer QWERTZ-Tastatur aus erreichen könnte, würde das Wählen einer solchen Nummer mit einem Telefon eine fingerbrechende Prozedur erfordern. ENUM löst diese Problem in dem es einen Nachschlagemechanismus bereitstellt, der "+494313017300" in "sip:hallo@tkr.de" übersetzt. ENUM erlaubt es also, dass Internet-Telefone anhand einer herkömmlichen Rufnummer zu erreichen sind.



Leitungsorientierte und paketorientierte Übertragung
Netzwerke werden generell danach eingeteilt, ob sie leitungs- oder paketorientiert sind. In einem leitungsgebundenen Netzwerk werden Daten durch Zusammenschalten der einzelnen Netzwerkelemente übertragen, um eine virtuelle Verbindung oder eine feste Verbindung bereitzustellen (z.B. eine Telefonverbindung).

Während der Übertragung ist die Verbindung nur für diesen Zweck reserviert, ob nun Nutzdaten übertragen werden oder nicht. Auf diese Weise werden große Übertragungskapazitäten verschwendet.

In einem paketorientierten Netzwerk hingegen werden nur dann Daten übertragen, wenn dies erforderlich ist, wobei diese zur Effektivitätssteigerung zu Paketen oder "Frames" zusammengefasst werden. Den eigentlichen Daten wird die Bestimmungsadresse vorangestellt und die einzelnen Netzwerkelemente "routen" dann die Pakete, d.h. sie leiten sie weiter.

Während Nutzdaten nur gesendet werden, wenn sie benötigt werden, enthält jedes Paket mindestens die Adress-Information. In Abhängigkeit vom jeweiligen Netzwerk ist die Ankunftsreihenfolge der Pakete und sogar die Ankunft selbst nicht immer garantiert. Deshalb wurde traditionell Sprache mit leitungsorientierten Netzwerken übertragen und Daten wurden mit paketorientierten Netzwerken übertragen.



H.323
H.323 ist ein ITU-Standard zur Multimedia-Kommunikation über paketorientierte Netzwerke, der die gemeinsame Nutzung von Geräten verschiedener Anbieter garantiert. Das größte paketorientierte Netzwerk ist das Internet, aber auch WAN, ISDN oder Wählverbindungen, bei denen Daten in Paketen übertragen werden (i.A. PPP) gehören zu dieser Gruppe.

H.323 beschreibt die generelle Infrastruktur sowie die Nutzung verschiedener Sprachkodierungen und "protocol signalling stacks". Die Sprachkodierungen werden in ihren jeweiligen Substandards definiert, z.B. G.711 (Alaw und ulaw in ISDN), G.722, G.723.1 und G.729.

Zur Sprachkodierung ist H.323 definitiv ein weit verbreiteter und ausgereifter Standard, aber er wird auch kritisiert, weil die Implementierung kompliziert ist und weil er eine Menge Resourcen benötigt, die nicht im Überfluss zur Verfügung stehen (insbesondere in Terminals).



H.450
H.450 ist eine Standarderweiterung, durch die zusätztliche Funktionen sowie deren Verteilung in einer H.323-Infrastruktur definiert werden. Sie erweitert das Basisangebot von H.323, das sich auf das Aufbauen und Beenden einer Verbindung beschränkt.

Beispiele der dadurch möglichen Zusatzdienste sind Halten (lokal und fern), Anruf wartet (Anzeige, dass eine Person versucht jemanden zu erreichen, der gerade mit einer anderen Person spricht), Anrufumleitung (Anrufe werden bei besetztem Anschluss umgeleitet), Anrufnachsendung (Anrufe werden z.B. nach Büroschluss auf ein Handy umgeleitet), Pickup, Parken, usw. – Leistungen, die auch bei klassischen Telefonverbindungen angeboten werden.

Zusätzlich werden Mechanismen bereitgestellt, durch die Anbieter in die Lage versetzt werden, wenn nötig proprietäre Zusatzdienste mit zu übertragen – dies ist natürlich nicht die Intention des Standards, aber eine Ersatzlösung solange, bis diese Zusatzdienste interessant genug sind, um in den Standard integriert zu werden.



Jitter
Jitter ist die Höhe der Verzögerungszeit in einer Verbindung. Das Problem besteht darin, daß Audiogeräte oder leitungsorientierte Systeme (z.B. ISDN oder PSTN) einen kontinuierlichen Datenstrom benötigen. Zur Kompensation besitzen VoIP-Terminals und -Gateways einen Jitter-Puffer, der die Pakete sammelt, bevor sie an Audiogeräte oder leitungsorientierte Leitungen (z.B. ISDN) weitergeleitet werden. Eine Erhöhung der Puffergröße verringert die Wahrscheinlichkeit fehlender Daten, erhöht aber die Verzögerungszeit einer Verbindung.



Latency
Die Verzögerung oder Zeitspanne zwischen der Digitalisierung des Audiosignals beim Sender und der Ankunft beim Empfänger ist die "Latency" einer Verbindung. Die Latency wird beeinflusst durch die Entfernung, die die Daten zu überbrücken haben, die Paketgröße, die Anzahl und Verzögerungszeit der Netzwerkelemente zwischen den Terminals und natürlich die Latency, die von den Terminals beim Senden, Empfangen, Codieren, Decodieren und bei der Kompensierung entsteht.



LPCP
Das "Lightweight Phone Control Protocol" ist ein Standard, mit dem VoIP-Telefone auf pragmatische und einfache Weise kontrolliert werden können. Auf diese Weise lassen sich der Speicherbedarf und die notwendigen Resourcen kostensparend auf ein Minimum reduzieren.

Die Rufsignalisierung (SIP/H.323) wird dabei für das Telefon auf einem Server durchgeführt, der mit genügend Speicherresourcen ausgestattet ist.



Megaco / H.248
Dies ist auch ein Kontrollprotokoll für Mediengateways wie z.B. LPCP, es ist aber komplexer und allgemeiner.



NAT
Englische Abkürzung für "Network Address Translation" (Netzwerk Adressübersetzung). Umwandlung interner (lokal im Intranet) benutzter IP-Nummern in öffentlich gültige IP-Adressen.



PSTN
Englische Abkürzung für "Public Switched Telephone Network" – Vermitteltes , leitungsbasiertes Telefonnetz.


QoS
"Quality of Service", die Verbindungsqualität ist insbesondere für Sprachübertragungen wichtig, weil der Anwender diese unmittelbar wahrnimmt und ein Datenverlust auch durch eine neue Datenübersendung nicht wieder ausgeglichen werden kann.

Das Internet-Protokoll (IP) wurde als sogenanntes "best effort"-Datennetzwerk entworfen und betrachtet daher Phänomene wie Jitter, Latency oder Datenverlust als ernsthaftes Problem. An sich ist das Internet-Protokoll nicht allzu gut für die Sprachübertragung geeignet. Dazu muss dieser erst die notwendige Priorität und Bandbreite gegeben werden.

Es gibt zwar Mechanismen zur Bandbreitenreservierung (siehe RSVP), aber diese machen zusätzliche Netzwerktechnik erforderlich, setzen eine korrekte Handhabung dieser Funktionalität voraus und verlangsamen den Verbindungsaufbau.

Die praktische Annäherung an das Problem besteht in der Anerkennung des Zugangspunktes (Verbindung zwischen LAN und WAN) als kritischstem Bereich. Durch Priorisierung der Pakete (siehe ToS), was natürlich von der Netzwerktechnik unterstützt werden muss, und Maßnahmen zur Verhinderung einer Überlastung des Zugangspunktes kann eine gute Verbindungsqualität (QoS) erreicht werden. Das Datenvolumen im Backbone ist etwa zehn mal so hoch wie das Volumen für die Sprachübertragung, daher sollte dies kein Problem darstellen.



RTP
Das "Realtime Transport Protocol" versieht alle Informationen, die vom Absender transferiert werden, mit einem Zeitstempel. Durch Überprüfung dieser Informationen wird der Empfänger in die Lage versetzt, die Pakete in die ursprünglichen Reihenfolge zu bringen, die Echtzeit-Datenströme zu synchronisieren und/oder Jitter in Audiodaten zu kompensieren.



RTCP
Das "Realtime Transport Control Protocol" wurde entwickelt, um Anwendungen den Qualitätsstatus des Netzwerks zu übermitteln. Mit diesen Informationen können Parameter optimiert werden, die die Datenübertragung beeinflussen, wie z.B. die Größe des Jitterpuffers.



RSVP
Das "Resource Reservation Protocol" ermöglicht die Reservierung von Bandbreite bei allen Netzwerkelementen, die keine Terminals sind, wie z.B. bei Routern. In Verbindung mit Priorisierung (siehe TOS) können Probleme wie Latency, Jitter und Paketverlust für Echtzeit-Anwendungen wie VoIP verhindert werden.



SIP
Das "Session Initiation Protocol" ist ein höchst pragmatisches, ASCII-basiertes Protokoll und ein konkurrierender Standard zu H.323. Seine Hauptvorteil besteht darin, dass Anwendungen einfach implementiert, debuggt und integriert werden können.

SIP ist neuer als H.323 und löst den Standard H.323 zunehmend ab.



STUN

Englische Abkürzung für "Simple Traversal of UDP through NAT". Ermöglicht die Nutzung von SIP trotz NAT-Router.


TOS
Um die Priorität eines Pakets zu spezifizieren hat das Internet-Protokoll (IP) ein ToS (Type of Service) Feld.



UPnP
Englisch für "Universal Plug and Play". Ein Industriestandard, basierend auf einer Reihe standardisierter Netzwerkprotokolle und Datenformaten der zur herstellerübergreifenden Ansteuerung von Geräten über ein IP-basierendes Netzwerk dient.


VoIP
VoIP (Voice over Internet Protocol) ist ein Begriff, der für Sprachübertragung über das Internet, über Intranets oder Datenverbindungen zum Internet benutzt wird, egal ob H.323, SIP oder ein proprietärer Standard benutzt wird.