Betrieb der AVM FRITZ!Box hinter einem anderen Router
Die AVM FRITZ!Box beinhaltet ein ADSL2+ Modem und einen Internetrouter. Der integrierte Router erfüllt auch durchaus die Ansprüche im Heimbereich, im professionellen Einsatz fehlen aber einige Funktionen wie z.B. komplett konfigurierbare Firewall, professionelles VPN oder ähnliches.
Dennoch möchten auch professionelle Kunden die FRITZ!Box für Internet-Telefonie ggf. mit Kopplung an eine Telefonanlage nutzen.
Dieses ist möglich, denn die FRITZ!Box kann auch hinter einem anderen Router betrieben werden. Dieses Suportdokument beschreibt die hierzu nötige Konfiguration.
Schliessen Sie die FRITZ!Box direkt an Ihren Computer an und rufen über fritz.box oder 192.168.178.1 die Konfiguration der FRITZ!Box im Webbrowser auf.
Wählen Sie Einstellungen/System/Ansicht an.

Aktivieren Sie hier die Expertenansicht und klicken auf Übernehmen.
Wählen Sie nun Einstellungen/Internet/Zugangsdaten an.

In der Rubrik Anschluss wählen Sie hier Internetzugang über LAN1 (bei der FRITZ!Box 5050/7050 über LAN A) an.

Als Betriebsart wählen Sie Vorhandene Internetverbindung im Netzwerk mitbenutzen (IP-Client) aus.

Unter Verbindungseinstellungen haben Sie zwei Möglichkeiten: Die Adressvergabe per DHCP oder die manuelle Adressvergabe.
Wählen Sie hier wie oben abgebildet DHCP aus, so erhält die FRITZ!Box alle nötigen Daten vom DHCP-Server des anderen Routers zugeteilt.

Alternativ können Sie die IP-Adressen manuell festlegen.
Tragen Sie unter IP-Adresse eine Adresse ein, die sich im Netzwerkbereich Ihres anderen Routers befindet, die aber nicht von anderen Computern oder vom DHCP-Server des anderen Routers benutzt wird. In unserem Beispiel hat der Router die IP-Adresse 192.168.1.1 und vergibt den Computern per DHCP die Adressen 192.168.168.10 bis 192.168.1.60. Wir haben der FRITZ!Box daher die Adresse 192.168.1.100 vergeben, die sonst von keinem anderen Gerät im Netzwerk verwendet wird.
Als Standard-Gateway wird die IP-Adresse des anderen Routers eingetragen.
Als Primärer DNS-Server und Sekundärer DNS-Server können Sie gleichfalls die IP-Adresse des anderen Routers eintragen. Es werden dann die DNS-Server benutzt, die der andere Router beim Verbindungsaufbau vom Internet-Provider mitgeteilt bekommen hat. Alternativ können hier aber auch die Adressen der DNS-Servers des Providers (zu erfragen beim Internetprovider) eingetragen werden.

Hier stellen Sie den Upstream und Downstream Ihres DSL-Anschlusses ein. Die FRITZ!Box benötigt diese Angaben für Internet-Telefonie, kann die Geschwindigkeit des DSL-Anschlusses aber ja nicht mehr selber festellen, da das integrierte DSL-Modem ja nicht mehr benutzt wird.
Wählen Sie Übernehmen an, um die Einstellungen zu speichern und schliessen nun den Anschluss LAN 1 der FRITZ!Box (bei der FRITZ!Box 5050/7050 LAN A) an einen Port Ihres anderen Routers oder an einen sonst im Netzwerk vorhandenen Switch an.
Führen Sie dann einen Neustart Ihres Computers durch oder erneuern den DHCP-Lease. Ihr Computer bekommt die IP-Adressen dann per DHCP von Ihrem anderen Router (nicht mehr von der FRITZ!Box) zugewiesen bzw. Sie können bei manueller Konfiguration mit den Daten des anderen Routers konfigurieren.
Um wieder auf die Konfiguration der FRITZ!Box zugreifen zu können, müssen Sie die neue IP-Adresse der FRITZ!Box kennen. Bei manueller IP-Vergabe haben Sie diese Adresse ja selbst gewählt. Bei Übernahme der Adresse per DHCP vergibt Ihr anderer Router der FRITZ!Box die nächste freie Adresse aus dem DHCP-Bereich. Bei den meisten Routern können Sie in der Konfiguration des Routers nachsehen, welche Adressen per DHCP zugewiesen wurden.

In der Konfiguration der FRITZ!Box wird Ihnen in der Übersicht unter Internet und Telefonie die IP-Adresse der FRITZ!Box angezeigt.
Sie können die FRITZ!Box jetzt für Internet-Telefonie konfigurieren.
Auch die LAN-Ports und das WLAN-Funknetz der FRITZ!Box kann weiterhin genutzt werden. Auch die an der FRITZ!Box angeschlossenen bzw. ins Funknetz der FRITZ!Box eingebuchten Computer bekommen von Ihrem Hauptrouter IP-Adressen zugeteilt und sind in Ihr gesamtes Netzwerk integriert.
Im DrayTek-Router muss nun der Port 5060 für VoIP auf die IP-Adresse der FRITZ!Box freigegeben werden. Zusätzlich kann es erforderlich sein, die RTP-Ports, welche der SIP-Provider verwendet, gleichfalls freizugeben.
